Bundesweite Turmfalken-Kartierung – Machen Sie mit !
Vogel
des Jahres 2007 ist der Turmfalke. Auch wenn die Art in
Deutschland als nicht gefährdet gilt, besteht durch die Wahl des
NABU nun die Chance, Genaueres über seine Bestände zu erfahren
und zu vermitteln. Nicht nur in Dörfern und Städten sind
geeignete Brutplätze seltener geworden, auch die sie umgebende
Feldflur hat sich in den letzten Jahren durch vielfältige
Flächeninanspruchnahme teilweise stark verändert. Turmfalken
benötigen eine abwechslungsreiche Landschaft mit möglichst
vielen Kleinstrukturen (Baumgruppen, Hecken, Pfähle) sowie
breiten Acker- und Wegrändern.
Eine Kooperation der
Jägerschaft mit dem NABU
ruft daher alle ornithologisch
Interessierten zu einer bundesweit angelegten Kartierung der
Turmfalken-Brutpaare in Deutschland auf. Auch die Jägerschaft
unterstützt dieses Projekt!
Das
Besondere daran: Diese gemeinsame Aktion zum Jahresvogel wird
erstmals in das bundesweite Projekt ADEBAR – den Atlas
Deutscher Brutvogelarten
– eingebettet sein. Mit dem vom Dachverband Deutscher
Avifaunisten (DDA) und der Stiftung Vogelmonitoring Deutschland
koordinierten bundesweiten Verbreitungsatlas wird auch ein
Grundlagenwerk für den Vogelschutz entstehen. Mit im Boot ist
auch der Förderverein für Ökologie und Monitoring von
Greifvogel- und Eulenarten, der über das WILD-Projekt seit
einigen Jahren mit dem DJV zusammenarbeitet.
Jeder
Beitrag zählt, bei dem auf einer definierten Fläche und nach
einer einheitlichen Methode Daten gesammelt werden. Bitte
unterstützen Sie dieses gemeinnützige Projekt und beteiligen Sie
sich an der 1. bundesweiten Turmfalken-Erfassung. Sie leisten
damit einen wertvollen Beitrag für einen erfolgreichen Natur-
und Vogelschutz! Über Neuigkeiten und die Ergebnisse werden Sie
auf den Internet-Seiten von NABU (www.nabu.de),
DDA (www.dda-web.de)
und DJV (www.jagdnetz.de)
auf dem Laufenden gehalten.
Und so geht’s:
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Untersuchungsgebiet
auswählen
Für die
Bestandserfassung wird eine Topographische Karte im Maßstab
125.000 (TK25) benötigt, die Sie sich in jeder Buchhandlung
besorgen können. Wählen Sie sich aus dieser Karte ein Viertel
(Quadrant, ca. 32 km²) aus, das Sie bearbeiten möchten.
2. Kartierstrecke festlegen
In dem
von Ihnen ausgewählten Quadranten legen Sie eine ca. 15 bis 25
km lange Wegstrecke fest, die sowohl offenes Kulturland als
auch Siedlungsgebiete umfassen muss. Diese Strecke können
Sie auch mit dem Fahrrad abfahren. Die Bearbeitung kann von
mehreren Kartierern vorgenommen und anschließend zusammengefasst
werden.
Ziel
ist es, den Turmfalkenbestand im Untersuchungsgebiet so
vollständig wie möglich zu erfassen. Daher kann es notwendig
werden, dass einzelne zur Brut geeignete Strukturen auch
gesondert aufgesucht werden müssen. Im Kulturland sollten Sie
insbesondere auf kleinere Gehölze achten, wo nicht selten
Baumnester anderer Arten (z. B. Rabenkrähe) bezogen werden, denn
der Turmfalke baut selbst keine Nester.
Ihre
gewählte Strecke kann auch kürzer ausfallen, wenn Ihr
Bearbeitungsgebiet von Lebensräumen dominiert wird, die nicht
von Turmfalken besiedelt werden (z. B. Wälder). Längere
Kartierstrecken können innerhalb des Erfassungszeitraums (siehe
unten) bei Bedarf aufgeteilt und an mehreren Tagen kontrolliert
werden.
Zusätzlich sollen in Dörfern und Städten markant herausragende
Gebäude wie Kirchen, Scheunen, Türme oder Ruinen gezielt
aufgesucht und auf Turmfalken-Vorkommen hin überprüft werden.
Auch Brückenbauwerke und Strommasten dienen den Falken oft als
Nistplatz. Bitte beachten Sie, dass exponierte Gebäude
gelegentlich auch mehrere Brutpaare beherbergen können.
-
Anzahl der Begehungen
und Kartierungszeitraum
Bei nur
einem einzigen Kontrollgang könnten Turmfalken leicht übersehen
werden. Pro Gebiet sind daher mindestens drei Kontrollgänge
vorzunehmen.
Jede Wegstrecke sollte zwischen Mitte
März und Ende Juni dreimal begangen oder mit dem Rad befahren
werden. Ideale Erfassungstermine sind:
-
Termin: Mitte März bis
Anfang April
-
Termin: Mitte April bis
Anfang Mai
-
Termin: Anfang bis Ende
Juni
An den
beiden ersten Terminen ist hauptsächlich auf balzende Turmfalken
zu achten, also auf Flugjagden zwischen Männchen und Weibchen,
Balzfütterungen sowie auf Beuteflüge zum Nistplatz (Richtung
notieren!). An Gebäuden oder auch in der Feldflur sind Rufreihen
oder verschiedene Lautäußerungen der Altvögel ein sicheres Indiz
für ein Brutrevier. Bitte notieren Sie auch sitzende Falken auf
Strommasten, Stromleitungen und Bäumen bzw. suchen Sie beim
Kartieren solch exponierte Sitzwarten nach den Falken ab.
Zu den sichersten Kennzeichen eines
besetzten Brutplatzes gehört die Beobachtung Beute eintragender
Männchen mit anschließender Übergabe an das brütende Weibchen.
Weil dies aber nur drei- bis fünfmal am Tag stattfindet, ist die
Besetzung nicht einsehbarer Nester oder Nistkästen oftmals nicht
einfach zu klären. Im Siedlungsbereich kann daher auch die
Befragung von Anwohnern oder bei der Kirchengemeinde zu
hilfreichen Informationen führen.
Bei der letzten Kontrolle im Juni sollte
vor allem auf Bettelrufe von fast flüggen oder gerade
ausgeflogenen Jungvögeln geachtet werden. Größere Jungvögel
sitzen dann oft schon vor der Brutnische oder dem Nistkasten.
Die günstigste Tageszeit für solche
Begehungen ist frühmorgens und abends. Tage mit windigem oder
regnerischem Wetter sind zur Kartierung nicht geeignet.
-
Beobachten und Kartieren
In der
Topographischen Karte oder einer Kopie markieren Sie Ihre
festgelegte Kontrollroute.
Im
Übrigen benötigen Sie noch ein Fernglas sowie Notizpapier und
Bleistift oder anderes wasserfestes Schreibzeug. Eine feste
Schreibunterlage ist vorteilhaft.
Notieren Sie jede Turmfalken-Feststellung
und beobachten Sie dabei auch das Verhalten der Vögel
einschließlich ihrer Flugrichtungen. Brutplatz und Jagdrevier
können durchaus etliche Hundert Meter auseinander liegen.
Tragen
Sie pro Kontrollgang alle Turmfalken-Beobachtungen in die Karte
ein. Verwenden Sie für jeden der drei Kontrollgänge eine eigene
Farbe, dies wird Ihnen die Zusammenfassung der Beobachtungsdaten
zu einzelnen Revieren erleichtern. Hilfreich ist es auch, die
Art der Beobachtung genauer festzuhalten (Einzelvogel, Pärchen,
Balzverhalten, Vogel mit Beute, rufende oder flügge Jungvögel).
Hierfür können Sie geeignete Abkürzungen verwenden. Notieren Sie
bei Nestfunden auch die Art des Brutplatzes (Gebäudetyp oder
Mauer mit Nische, Nistkastenbrut, Baumbrut, Brut auf Gittermast)
für die späteren Auswertungen.
Auf der
NABU-Homepage (www.nabu.de)
können Sie sich die typischen Rufe der Turmfalken genauer
anhören und werden dadurch auf die Vögel sicher noch leichter
aufmerksam.
-
Auswertung
Nach
den Eintragungen Ihrer drei Begehungen pro Gebiet und nach der
eventuell ergänzenden Kontaktaufnahme mit Kirchenvertretern,
Landwirten oder anderen Ortskundigen, bestimmen Sie die Zahl
der Turmfalkenpaare.
Bitte
verwenden Sie für jeden TK25-Quadranten einen
eigenen Meldebogen.
Schicken Sie den Meldebogen zusammen mit
den Kopien Ihrer Gebietskarte bitte bis
zum 31. August 2007 an den
Greifvogelmonitoring-Förderverein
Herrn Ubbo
Mammen
Schülershof 12
06108
Halle/Saale
Herr Mammen steht Ihnen natürlich auch
für Rückfragen gerne zur Verfügung (uk.mammen@t-online.de),
Telefon: (03 45) 6 86 98 84.
Eine Bitte zum Schluss:
Übersenden Sie auch unvollständige Daten,
z.B. wenn es nicht möglich war, ein Gebiet dreimal zu
kontrollieren. Wir werden prüfen, wieweit die Beobachtungen
dennoch zur Auswertung der bundesweiten Kartierung herangezogen
werden können.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung !
Hier geht es zum Download des Meldebogens.
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