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Life Webcam: Wanderfalken - Aufzuchtsstation


Blick in eine der Volieren der Hamburger Wanderfalkenzucht- und - Forschungstation.


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Das mittlerweile 15-jährige Wanderfalkenpaar, das bislang von den Kameras beobachtet wurde, haben wir gegen ein jüngeres ausgetauscht. Es war zu befürchten, das das alte Paar kein Gelege mehr erzeugen kann und daher ein normaler Brutablauf nicht zu beobachten sein würde. Das neue Paar hat sich eingewöhnt und mit einer intensiven Balz begonnen. Zu beobachten sind Atzungsübergaben vom Falkenmännchen (Terzel) an das Weibchen (Falke), Horstbalzen, Ausscharren der Brutmulde und Kopulationen.

 

3. April 2010. Gestern wurde das zweite Ei gelegt. Die Falken haben mit dem Brüten begonnen. Brutablösungen können beobachtet werden. Wenn das Gelege vollständig ist (wahrscheinlich vier Eier), warten wir eine Woche, dann werden wir die Eier entnehmen und in die Brutmaschine legen. Wahrscheinlich wird nach einer erneuten Balz genau 14 Tage später das erste Ei des Nachgeleges im Horst liegen. Vermutlich wird das Paar die neue Brutmulde an anderer Stelle ausscharren.Das Nachgelege dürfen die Falken bis kurz vor dem Schlupf bebrüten. Dann wird es gegen mittlerweile in der Brutmaschine geschlüpfte etwa 10 Tage alte Jungfalken ausgetauscht. Den Termin dieser Aktion werden wir genau bekannt geben, damit Interessierte den Vorgang beobachten können. Hoffen wir also, dass alles gut geht.

26. Mai 2010. Im ersten Gelege waren ursprünglich nur drei Eier vorhanden, von denen noch eines während der Brut verloren gegangen ist, wie das auch in freier Natur vorkommt. So können wir auch nur zwei Jungfalken im Austausch für das Nachgelege einsetzen. Der Umtausch der Eier mit den Jungen fand am 29.05.2010 um 15.00 Uhr statt. Es kann also beobachtet werden, wie sich die Altfalken des plötzlich und sicher noch nicht und in dieser Größe erwarteten Nachwuchses annehmen werden - übrigens wird dem aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein sein, dass sich eine Bachstelze in der Voliere eingefunden hat, die offenbar den Ausweg nicht findet , sich jedoch erstaunlich gut mit den ungewohnten Verhältnissen abfindet. Auch die Falken haben sich an den Besucher gewöhnt und lassen sich nicht vom Brutgeschäft ablenken.

Am Mittwoch, den 16. Juni werden die beiden Jungfalken zur Auswilderung in der Niederlausitz entnommen. Sie werden zusammen mit zwei weiteren gleichaltrigen Jungfalken zu einer Gruppe zusammen gefasst. Das alte Paar bekommt dafür ein jüngeres Wanderfalken-Küken, das sie weiter aufziehen können.


 

Wanderfalken-Auswilderung 2004

Auswilderung des 1.000. Wanderfalken in Deutschland

Das Jahr 2004 war für unser Auswilderungs-Projekt im Baumbrüter-Areal des Wanderfalken ein ganz besonderes. Wie allgemein bekannt ist, handelt es sich bei diesem Vorhaben um das letzte, das wir in den Neuen Bundesländern gemeinsam mit dem Arbeitskreis Wanderfalkenschutz (AWS) durchführen.

In diesem Jahr haben wir den 1.000. Wanderfalken seit Beginn unseres Falken-Managements
in die freie Natur entlassen. Dies allein ist eigentlich schon ein Grund zu feiern. Der Wanderfalke ist überall im Aufwind, und man kann mit Genugtuung feststellen, dass durch den engagierten Einsatz so vieler Naturfreunde eine Art vor dem Aussterben gerettet werden konnte. Dass Falkner daran einen nicht unerheblichen Anteil hatten, wird von anderen Wanderfalkenschützern zu gerne verdrängt.

2004 konnte das 10. auf einem Baum brütende Wanderfalkenpaar bestätigt werden. Während die Ansiedlung der Falken auf Bäumen zunächst zögerlich gelang, weil immer wieder im Baumbrüterareal ausgewilderte Falken sich entschlossen, auf Gebäuden zu brüten, scheint jetzt ein Durchbruch erzielt worden zu sein. 2003 hatten wir 6 Paare, 2004 schon 10! Da das Auffinden der auf Bäumen brütenden Falken in den ausgedehnten Waldungen Mitteldeutschlands sehr schwierig ist, kann davon ausgegangen werden, dass weitere bisher unentdeckte Wanderfalken sich zur Brut auf Bäumen entschlossen haben. Die Mitarbeiter des AWS können ein Lied davon singen, wie viel Zeit oft vergeht, ehe man den Brutplatz eines zuvor in der Region beobachteten Paares findet. Der Einsatz dieser Leute ist einfach bewundernswert.

Wer an weiteren Informationen über unser Projekt interessiert ist, findet diese in den Auswilderungsberichten der Jahrbücher des DFO, die jährlich erscheinen.

Der weibliche Falke des ersten seit etwa 30 Jahren in Dänemark wieder brütenden Wanderfalkenpaares stammt aus unseren Auswilderungen. Durch ein Foto konnte die Art der Beringung nun endlich eindeutig erkannt werden. Zwar konnten die Symbole auf dem schwarzen Kennring noch nicht abgelesen werden, doch wissen wir immerhin, dass dieser Falke 1997 in Hamburg gezüchtet und im selben Jahr entweder in Mecklenburg oder Brandenburg von einem künstlichen Baumhorst ausgewildert wurde. Der Terzel ist ebenfalls beringt. Er stammt aus dem schwedischen Auswilderungsprojekt. Drei Jahre hintereinander konnten die Falken Junge zum Ausfliegen bringen. Leider wurde die Beringung der Nestlinge von den zuständigen Behörden untersagt.


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